Maler- und Lackierer-Innung des Kreises Altenkirchen

Wir bringen Farbe ins Spiel...
... und manchmal auch schöne Muster.
Auf jeden Fall erhalten wir viel Bewunderung für unsere Arbeit.

Maler- und Lackierer-Innung AK
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20 Stunden Gesellenprüfung


Verfügt der Prüfling über die berufliche Handlungsfähigkeit seines Berufes? Diese Frage steht bei der Gesellenprüfung im Fokus. In einer detaillierten Simulation der Berufswelt stellen die Auszubildenden im Malerhandwerk ihre erlernten Fähigkeiten im praktischen Teil der Prüfung, die jährlich an der BBS Betzdorf-Kirchen durchgeführt werden, unter Beweis.

Sechs angehende Maler und zwei Bauten- und Objektbeschichter standen in der letzten Maiwoche vor dieser Herausforderung. Mittwochmorgen wurden sie mit einem komplexen Kundenauftrag konfrontiert. Eine ehemalige Lagerhalle mit Hochregallager und Nebenräumen aus den 1960er Jahren wird in eine kommunale Kulturhalle umgebaut. Sie beinhaltet u. a. eine Galerie, einen multifunktionalen Veranstaltungssaal sowie ein kleines Café. Für die Auftragnehmer in diesem fiktiven Fall ergaben sich daraus zahlreiche Aufgaben: Innen mussten Decken- und Wandflächen sowie Geländer und Türen beschichtet, Bodenbeläge verlegt, Wandflächen tapeziert und zusätzlich dekorativ gestaltet werden. Außerdem sollten die „Fast-Gesellen“ ein mehrfarbiges Logo aufbringen und gemäß den Vorgaben auslegen. Außen galt es, die Fassade zu beschichten, Schadstellen im Eingangsbereich instand zu setzen und die Parkplatzfläche mit Fahrbahnmarkierungen zu versehen.

Für alle diese Aufgaben hatten die Prüflinge insgesamt 20 Stunden, verteilt auf 3 Arbeitstage, Zeit. Dies ist sicherlich knapp bemessen, doch die Praxis sieht nicht anders aus. Planung, Organisation und Zeitmanagement besitzen im Malerhandwerk eine hohe Relevanz und spielten demnach auch in der Gesellenprüfung eine entscheidende Rolle. „Es sind ohnehin umfangreiche Prüfungen, doch in diesem Jahr waren sie besonders aufwändig. Es musste viel abgezeichnet und geklebt werden“, schilderte Monika Pisalla, Lehrerin an der BBS Betzdorf-Kirchen ihre Eindrücke. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Claudia Böhm, sowie den vier Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern Frank Weitz, Ekkehard Neuhoff, Peter Ortel und Sven Steigemann, bildete sie das diesjährige Prüfungskomitee. Neben einer reibungslosen Durchführung der Prüfung und der Gesamtbeurteilung ist es u. a. die Aufgabe der Komitee-Mitglieder, zum Abschluss des Auftrages den Kunden zu spielen, der sich in einem ca. 15-minütigem Abnahmegespräch die Arbeiten des Handwerkers erklären lässt. Die angehenden Gesellen mussten dabei nicht ausschließlich Verständnisfragen ihres „Kunden“ beantworten, sondern konnten auch die eigenen kreativen Entscheidungen begründen. Der Kundenauftrag implizierte nämlich neben der Umsetzung von genauen Vorgaben auch in einigen Bereichen den Spielraum für Eigeninterpretationen – eben auch, wie in der Praxis.

„Die Prüflinge hatten zu Beginn leichte Planungsschwierigkeiten und wussten nicht immer genau, womit sie beginnen sollten“, bilanzierte Ekkehard Neuhoff kurz vor Ende der Prüfung. „Aber sie haben in diesem Jahr auf jeden Fall sehr ordentlich gearbeitet“, ergänzte er sein Fazit.

Folgende Collage dokumentieren die verschiedenen Phasen dieser eindrucksvollen Gesellenprüfung:

 

Quelle: BBS Betzdorf-Kirchen


 


Verantwortlich: Kreishandwerkerschaft Rhein-Westerwald